Mercedes-Benz diskutiert längere Arbeitszeiten – doch die 35-Stunden-Woche bleibt vorerst
Roger AdolphMercedes-Benz diskutiert längere Arbeitszeiten – doch die 35-Stunden-Woche bleibt vorerst
Mercedes-Benz prüft derzeit Möglichkeiten, die Effizienz durch Gespräche mit Arbeitnehmervertretern zu steigern. Das Unternehmen räumt ein, dass die Lohnkosten in Deutschland über den internationalen Standards liegen. Bisher haben jedoch keine offiziellen Verhandlungen über eine Änderung der bestehenden 35-Stunden-Woche für gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter stattgefunden.
Martin Brudermüller, Aufsichtsratsvorsitzender des Konzerns, hatte kürzlich längere Arbeitszeiten in Deutschland gefordert, um die Personalkosten zu senken. Er argumentierte, eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Mercedes-Benz, lehnte eine Ausweitung der Arbeitszeit ohne zusätzliche Bezahlung ab. Eine solche Maßnahme würde seiner Meinung nach das Problem der teilweisen Unterauslastung der deutschen Werke nicht lösen. Lümali betonte zudem, dass die Tarifverhandlungen in der Verantwortung der IG Metall und der Arbeitgeberverbände lägen – für separate Gespräche auf Unternehmensebene sei derzeit kein Raum.
Die aktuelle 35-Stunden-Woche für gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte bleibt vorerst unverändert. Mercedes-Benz lotet zwar weiterhin Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung aus, bestätigt aber, dass es keine konkreten Pläne zur Anpassung der Arbeitszeiten gibt. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie Wettbewerbsfähigkeit und faire Arbeitsbedingungen in Einklang gebracht werden können.
