Lothar Matthäus verpasste 1991 seinen Traumtransfer zu Real Madrid
Alexander TextorLothar Matthäus verpasste 1991 seinen Traumtransfer zu Real Madrid
1991 hätte Lothar Matthäus fast einen Wechsel zu Real Madrid vollzogen – doch im letzten Moment platzte der Deal. Der deutsche Mittelfeldstar stand kurz davor, zu den spanischen Giganten zu wechseln, für eine damals beachtliche Ablösesumme von 18 Millionen D-Mark. Noch Jahre später betrachtete er den gescheiterten Transfer als eine verpasste Chance in seiner Karriere.
Der Wechsel scheiterte an Streitigkeiten zwischen den Vereinen – und an der unbeugsamen Weigerung von Inter Mails Präsident, ihn freizugeben.
Der Transfer schien bereits so gut wie perfekt. Matthäus, damals bereits ein Superstar nach seinem Gewinn des Ballon d'Or 1990, brannte darauf, das berühmte weiße Trikot von Real Madrid zu tragen. Der spanische Klub hatte ein Angebot von 18 Millionen D-Mark vorgelegt – eine beträchtliche Summe für die frühen 1990er-Jahre, wenn auch weit entfernt von den heutigen, aufgeblähten Ablösesummen.
Doch Inter Mails Präsident Ernesto Pellegrini stellte sich quer. Berühmt wurde seine Aussage, er vergleiche Matthäus mit einem "Picasso", und lehnte den Verkauf kategorisch ab. Die Situation spitzte sich weiter zu, als ein separater Konflikt um den chilenischen Stürmer Iván Zamorano aufkam, den Real Madrid ebenfalls von Sevilla verpflichten wollte. Inter Mails Beteiligung an diesem Deal vergiftete die Verhandlungen zusätzlich.
Mit dem blockierten Wechsel blieb Matthäus keine andere Wahl, als noch eine Saison in Italien zu bleiben. 1992 kehrte er schließlich zum FC Bayern München zurück, wo er zuvor bereits zwei Champions-League-Finals verloren hatte – 1987 und später noch einmal 1999. Der gescheiterte Wechsel nach Madrid blieb für den Spieler ein Punkt der Reue; später gab er zu, dass er sich gewünscht hätte, das Leben im Bernabéu zu erleben.
Das Scheitern von Matthäus' Transfer zeigt, wie Vereinspolitik selbst hochkarätige Deals in jener Zeit zunichtemachen konnte. Die Ablösesummen stiegen zwar, waren aber im Vergleich zum heutigen Markt, in dem neunstellige Beträge üblich sind, noch bescheiden. Für Matthäus bedeutete die verpasste Chance, nie für einen der größten Klubs Europas gespielt zu haben – und ein bleibendes Gefühl des "Was wäre wenn".






