30 March 2026, 20:14

Kemptens Haushalt 2026 droht zu kippen: 55 Millionen Euro Schulden und sinkende Investitionen

Schwarze und weiße Zeichnung einer Stadt mit einem zentralen Schloss, umgeben von Häusern, Bäumen, Hügeln und einem Himmel, beschriftet mit 'Bayerisch' unten.

Kemptens Haushalt 2026 droht zu kippen: 55 Millionen Euro Schulden und sinkende Investitionen

Kempten steht vor ernsten Haushaltsproblemen: Etat für 2026 steigt auf 327,4 Millionen Euro

Die Stadt Kempten sieht sich mit massiven finanziellen Herausforderungen konfrontiert, da ihr Haushalt für 2026 auf 327,4 Millionen Euro anwächst. Bis die Bezirksregierung Schwaben die Haushaltssatzung genehmigt, darf die Kommune nur noch gesetzlich oder vertraglich verpflichtende Ausgaben tätigen. Steigende Schulden, explodierende Kreisumlagen und schrumpfende Investitionen belasten die städtischen Finanzen zusätzlich.

Der Gesamtetat für 2026 beträgt 327,4 Millionen Euro – ein leichter Anstieg gegenüber 318,4 Millionen Euro im Vorjahr. Doch dieser Zuwachs ist vor allem auf unvermeidbare Kosten zurückzuführen, darunter ein Plus von 3,16 Millionen Euro bei den Personalausgaben, die damit auf 85,57 Millionen Euro steigen. Den Einnahmen bescheren höhere Steuereinnahmen und allgemeine Zuweisungen ein Plus von 7,84 Millionen Euro, hinzu kommen 1,52 Millionen Euro aus gestiegenen Verwaltungserträgen.

Trotz dieser Mehreinnahmen bleibt die finanzielle Lage Kemptens angespannt. Die Gewerbesteuereinnahmen werden für 2026 auf rund 64,9 Millionen Euro geschätzt, doch die Prognosen für die Einkommensteuer haben sich für die kommenden Jahre verschlechtert. Gleichzeitig ist die Kreisumlage für den Landkreis Schwaben von 25 auf 35 Millionen Euro geklettert – ein Anstieg um 10 Millionen Euro. Verantwortlich dafür sind vor allem steigende Kosten für Sozialleistungen, die Instandhaltung der Infrastruktur sowie höhere Verwaltungsaufwendungen durch demografische Veränderungen und wirtschaftliche Belastungen.

Die Verschuldung der Stadt wird voraussichtlich 2026 bei 55 Millionen Euro liegen und könnte bis 2028 die Schuldenobergrenze von 76 Millionen Euro überschreiten. Auch die Investitionen gehen zurück, obwohl der Vermögenshaushalt bei 56,7 Millionen Euro liegt und davon 54,1 Millionen für Projekte vorgesehen sind. Der Haushalt 2026 wurde erst nach strengen Konsolidierungsmaßnahmen verabschiedet.

Für die Zukunft bedeutet die Kreisumlage zusätzliche Belastungen in Höhe von 3,26 Millionen Euro im Jahr 2026, die bis 2029 voraussichtlich auf etwa 4,545 Millionen Euro steigen werden. Bis zur Genehmigung der Haushaltssatzung durch die Bezirksregierung darf Kempten nur noch verbindliche oder vertraglich festgelegte Ausgaben leisten.

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Die finanzielle Situation der Stadt bleibt prekär: Die Schulden steigen, die Investitionen sinken, und die Kreisumlage setzt die kommunalen Finanzen weiter unter Druck. Ob Kempten künftige Projekte finanzieren kann, hängt von strengeren Haushaltskontrollen und der Zustimmung der Bezirksregierung Schwaben ab. Ohne Gegenmaßnahmen wird die Schuldengrenze bereits in zwei Jahren gerissen.

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