Kaffeepreise explodieren – doch Supermärkte senken Eigenmarken drastisch
Alexander TextorKaffeepreise explodieren – doch Supermärkte senken Eigenmarken drastisch
Kaffeepreise erreichen Rekordhöhen – Supermärkte senken Eigenmarken-Preise
Die Kaffeepreise haben in diesem Jahr neue Höchststände erreicht und veranlassen Verbraucher, nach Schnäppchen zu suchen. Als Reaktion darauf haben große deutsche Supermarktketten die Preise für ihre Eigenmarken gesenkt – mit Lidl als Vorreiter. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Kosten für Arabica-Bohnen auf den globalen Märkten auf neue Spitzenwerte klettern.
Seit Beginn des Jahres 2024 sind die Kaffeepreise stark angestiegen. Dürreperioden und schlechte Ernten in wichtigen Anbauregionen haben die Terminkontrakte für Arabica-Bohnen auf historische Höchststände getrieben. Noch zu Jahresbeginn kostete ein Kilogramm Eigenmarken-Bohnen unter 8 Euro, während gemahlener Röstkaffee unter 4 Euro lag. Mittlerweile liegen die Preise für dieselben Produkte zwischen 11,99 und 12,99 Euro pro Kilogramm, und 500 Gramm gemahlener Kaffee beginnen bei 5,49 Euro.
Lidl hat kürzlich die Preise für 13 Sorten seiner Bellarom-Kaffeeserie reduziert. Der Schritt des Discounters löste ähnliche Preissenkungen bei Konkurrenten aus, darunter Aldi Süd, Aldi Nord, Kaufland, Edeka, Rewe, Penny, Norma und Netto. Im Durchschnitt sind Hausmarken-Kaffees nun etwa 7 Prozent günstiger – eine willkommene Erleichterung für preisbewusste Käufer.
Für den Handel ist Kaffee ein sogenanntes "Schlüsselprodukt" – ein zentrales Artikel, der Kunden in die Läden lockt. Angesichts der hohen Preise haben Verbraucher ihr Einkaufsverhalten geändert und suchen gezielt nach Angeboten. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert die Preissenkungskampagnen jedoch als irreführend. Ihrer Meinung nach betreffen dauerhafte Rabatte nur eine Handvoll Produkte, statt flächendeckende Ersparnisse zu bieten.
Der Preiskampf der Supermärkte macht Eigenmarken-Kaffee zwar vorerst erschwinglicher. Dennoch zahlen Verbraucher im Vergleich zum Jahresbeginn weiterhin mehr – die Rabatte bringen jedoch etwas Entlastung. Die verstärkte Nachfrage nach Handelsmarken spiegelt die anhaltende Belastung der Haushaltsbudgets wider.






