"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname einen Kulturkampf entfacht
Stjepan Staude"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname einen Kulturkampf entfacht
Ein Restaurant in Mainz mit dem Namen Heimat ist zum Zentrum eines erbitterten Streits geworden. Besitzer Veli Ivecen, ein türkisch-kurdischer Koch, eröffnete das Lokal, um eine Mischung aus deutscher, türkischer und kurdischer Küche anzubieten. Statt Lob erleben er und sein Team jedoch unerbittliche Feindseligkeit von Kritikern aus dem gesamten politischen Spektrum.
Die Probleme begannen mit dem Namen des Restaurants. Heimat – ein Begriff, der „Heimat“ bedeutet – sollte einen einladenden Ort für Gäste symbolisieren, keine politische Aussage transportieren. Doch das Wort löste Empörung aus: Manche werfen Ivecen vor, Sympathien für die extreme Rechte zu hegen. Demonstranten zeigten vor dem Gebäude sogar den Hitlergruß.
Ivecen und sein Team mussten sich verbale Angriffe, Hassnachrichten in privaten Instagram-Accounts und aggressive E-Mails gefallen lassen. Die Fassade des Restaurants wurde mit dem Slogan „Das hier ist mein Zuhause, nicht deins“ beschmiert – eine Parole, die Ivecen später entfernen ließ. Zeitweise erwog er, den Namen des Betriebs zu ändern, um den Belästigungen ein Ende zu setzen. Doch mittlerweile ist er entschlossener denn je, am Namen festzuhalten.
Die Kritik kommt von allen Seiten. Einige fragen, was türkische und kurdische Einflüsse in der deutschen Küche zu suchen hätten. Andere stempeln Ivecen ohne Belege als Nazi ab. Während er konstruktive Rückmeldungen zur Küche willkommen heißt, bezeichnet er die persönlichen Angriffe als inakzeptabel.
Der Streit zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung. Ivecen bleibt seinem Konzept eines Restaurants treu, das Kulturen und Küchen verbindet. Vorerst hat Heimat geöffnet – doch der Besitzer und sein Team müssen sich weiterhin mit Konfrontationen im Netz und im echten Leben auseinandersetzen.






