Großer Streik im Einzelhandel droht: Gewerkschaften fordern 250 Euro mehr Lohn
Alexander TextorGroßer Streik im Einzelhandel droht: Gewerkschaften fordern 250 Euro mehr Lohn
Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern wurde ein Streik angekündigt. Beschäftigte großer Handelsketten wollen ihre Arbeit niederlegen, um gegen Löhne und Arbeitsbedingungen zu protestieren. In mehreren deutschen Städten sind Demonstrationen geplant.
Die Gewerkschaft ver.di rief zu Arbeitskampfmaßnahmen auf, nachdem die Verhandlungen festgefahren waren. Die Arbeitgeber hatten den Einzelhandelsbeschäftigten nach sechs Monaten eine Lohnerhöhung von 2 Prozent angeboten, im Großhandel sollten es 1,8 Prozent sein – ohne weitere Zugeständnisse trotz langer Gespräche. Die Gewerkschaft fordert hingegen eine monatliche Erhöhung von 250 Euro für die Beschäftigten sowie einen jährlichen Zuschuss von 150 Euro für Auszubildende pro Ausbildungsjahr.
Der ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble warf den Arbeitgebern vor, die finanzielle Not der Belegschaften zu verlängern. Die vorgeschlagenen Lohnerhöhungen reichten nicht aus, um die erwartete Inflation auszugleichen, erklärte er. Zudem pocht die Gewerkschaft auf eine Laufzeit des neuen Tarifvertrags von zwölf Monaten.
Von dem Streik betroffen sind Unternehmen wie Rewe, Penny, Kaufland, Hit, Douglas, IKEA, H&M, Zara, Primark, Metro und Rewe Logistics. Mit Kundgebungen ist in Wiesbaden, Kassel, Frankfurt und Darmstadt zu rechnen. Da keine Einigung in Sicht ist, beginnt der Streik ohne Aussicht auf eine Lösung. Die Arbeitgeber haben ihre Lohnangebote trotz des Drucks der Gewerkschaft nicht nachgebessert. Die Aktion wird voraussichtlich den Betrieb in zahlreichen Handels- und Logistikunternehmen beeinträchtigen.
