Giffey diskutiert mit Apothekerin über Reformen und Existenzkämpfe in Berlins Apotheken
Roger AdolphGiffey diskutiert mit Apothekerin über Reformen und Existenzkämpfe in Berlins Apotheken
Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey besuchte am Mittwoch eine Apotheke in Rudow
Bei einem einstündigen Gespräch in der Alten Kloster-Apotheke stand die schwierige Lage der Apothekerinnen und Apotheker vor den anstehenden Reformen im Mittelpunkt. Die Inhaberin Katja Laurisch-Nehrkorn brachte dabei zentrale Sorgen vor – von der Bezahlung des Personals über die Gebührenverhandlungen bis hin zum wachsenden Druck in der Branche.
Giffey, die zuvor regierende Bürgermeisterin Berlins war, traf sich mit Laurisch-Nehrkorn, um über die geplante Apothekenreform zu sprechen. Die Apothekerin kritisierte insbesondere die seit Langem überfällige Anpassung der Vergütungen, die im Koalitionsvertrag versprochen worden war. Sie forderte, dass Apotheker verbindliche Rechte erhalten, ihre Gebühren eigenständig und ohne Einmischung des Bundesgesundheitsministeriums aushandeln zu können.
Kritik übte Laurisch-Nehrkorn auch an den Plänen, die Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) auszuweiten. Sie warnte davor, dass dadurch Drogerieketten in den Markt für verschreibungspflichtige Medikamente drängen könnten – zum Nachteil unabhängiger Apotheken. Ein weiteres Problem sei der zunehmende Direktvertrieb teurer Arzneimittel, der lokale Apotheken um wichtige Einnahmen bringe.
Ein zentrales Thema waren zudem die Löhne des Personals. Laurisch-Nehrkorn betonte, dass höhere Gehälter die Motivation, Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeiter stärken würden. Diskutiert wurde auch die geplante Berliner Ausbildungsabgabe, die sich an den Bruttolohnkosten orientieren und die Apotheken zusätzlich belasten würde.
Nach dem Besuch bedankte sich Giffey auf Instagram bei Laurisch-Nehrkorn für deren Engagement in der nahraumbezogenen Gesundheitsversorgung. Trotz des begrenzten Einflusses der Landespolitik auf Bundesgesetze fühlte sich die Apothekerin mit ihren Anliegen ernst genommen.
Das Treffen machte die finanziellen und betrieblichen Herausforderungen deutlich, vor denen Berlins Apotheken stehen. Laurisch-Nehrkorns Forderungen nach fairen Gebühren, höheren Löhnen und stärkeren Verhandlungsrechten bleiben zentral in der Reformdebatte. Giffeys Besuch würdigte zwar die Rolle der lokalen Apotheken, doch die grundsätzlichen Weichenstellungen liegen weiterhin in Bundeshand.






