Gerresheimer wächst durch Übernahmen – doch das Kerngeschäft leidet unter Schwäche
Stjepan StaudeGerresheimer wächst durch Übernahmen – doch das Kerngeschäft leidet unter Schwäche
Gerresheimer meldet starkes Umsatzwachstum im ersten Quartal 2024 – doch das Kerngeschäft schwächelt
Gerresheimer verzeichnete im ersten Quartal 2024 ein kräftiges Umsatzplus. Die Erlöse stiegen um 11,6 % auf 520,1 Millionen Euro, getrieben vor allem durch jüngste Übernahmen. Ohne diese Zukäufe verzeichnete das Kerngeschäft jedoch einen Rückgang.
Der Umsatzzuwachs geht maßgeblich auf die Übernahme von Bormioli Pharma zurück. Ohne diesen Deal sank der Umsatz im Kerngeschäft um 6,5 %. Die organischen Sparten des Unternehmens – darunter Spritzen und Injektionssysteme – blieben hinter den Erwartungen zurück.
Die EBIT-Marge liegt aktuell bei 17,6 % und damit unter dem Jahresziel von 22 %. Dennoch rechnet die Unternehmensführung für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von 3 % bis 5 % und strebt eine EBIT-Marge von etwa 22 % an.
Gerresheimer vollzieht einen Strategiewandel: Vom reinen Komponentenhersteller entwickelt sich das Unternehmen zu einem skalierbaren, innovationsgetriebenen Systemanbieter. Der Kapitalmarkt erwartet, dass die Integration von Bormioli finanzielle, kulturelle und innovative Vorteile bringt. Kritiker monieren jedoch mangelnde Transparenz und eine ungleichmäßige operative Performance.
Bisher basiert das Wachstum stark auf Übernahmen. Analysten betonen, dass eine nachhaltige Wende mehr erfordert als nur externe Zukäufe.
Die Quartalszahlen zeigen zwar ein solides Umsatzwachstum, doch die Schwächen im Kerngeschäft bleiben bestehen. Um die Jahresziele zu erreichen, muss Gerresheimer seine organische Performance verbessern. Die Resilienz des Marktes für medizinische Verpackungen lockt weiterhin Investoren an – doch die operativen Herausforderungen bestehen fort.






