Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Oberfläche und einfacheren Meldefunktionen
Roger AdolphVerbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen bei TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Oberfläche und einfacheren Meldefunktionen
Ein bayerisches Gericht hat TikTok nach einer Klage von Verbraucherschützern dazu verpflichtet, seine Benutzeroberfläche zu ändern. Die Entscheidung betrifft insbesondere das Empfehlungssystem der App sowie die Meldung illegaler Inhalte. Beide Funktionen müssen künftig deutlich einfacher zugänglich und steuerbar sein.
Die Klage war vom Bayerischen Verbraucherschutzverband eingereicht worden, der kritisierte, dass TikToks Standardeinstellungen zu stark auf personenbezogene Daten setzen. Nutzer:innen haben derzeit kaum eine Alternative, als algorithmusgesteuerte Videovorschläge basierend auf ihrem bisherigen Verhalten zu akzeptieren. Kritiker forderten, dass von vornherein eine Option ohne Tracking-Verfolgung angeboten werden müsse.
Auch das Meldesystem für illegale Inhalte bei TikTok wurde vom Gericht bemängelt. Der korrekte Meldeweg war hinter unklaren Menüoptionen versteckt, was es Nutzer:innen erschwerte, schädliche Inhalte zu melden. Laut dem neuen Urteil müssen nun sowohl die Einstellungen für Empfehlungen als auch die Meldefunktionen deutlich sichtbar sein – und dürfen nicht in Untermenüs verborgen werden.
Der Richterspruch stellt einen bedeutenden Erfolg für die Verbraucherschützer dar. Bisher liegt jedoch noch keine offizielle Stellungnahme der Europäischen Kommission oder anderer EU-Mitgliedstaaten vor.
TikTok muss nun Teile seiner Oberfläche umgestalten, um den gerichtlichen Vorgaben zu entsprechen. Nutzer:innen erhalten damit einen einfacheren Zugang zu den Empfehlungseinstellungen und Meldefunktionen. Die Änderungen zielen darauf ab, die Abhängigkeit von personenbezogenen Daten zu verringern und die Transparenz innerhalb der App zu erhöhen.






