Gefälschte Impfpässe aus Kasseler Kneipe: Drei Jahre Haft für Betrügerduo
Stjepan StaudeGefälschte Impfpässe aus Kasseler Kneipe: Drei Jahre Haft für Betrügerduo
Zwei Personen sind wegen des Verkaufs gefälschter COVID-19-Impfpässe zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Duo betrieb seine Machenschaften von einem Restaurant in Kassel aus und stellte zwischen August und Dezember 2021 Tausende gefälschte Dokumente her.
Die Angeklagten agierten von einer nostalgischen Kneipe im Stil der DDR auf der Kasseler Marbachshöhe aus. Das Lokal diente zugleich als Kantine für Soldaten und war Schauplatz örtlicher AfD-Versammlungen. Im Keller richteten sie eine Werkstatt ein, um die gefälschten Impfpässe anzufertigen.
Bei einer Durchsuchung entdeckte die Polizei fast 1.000 leere gelbe Impfheftchen, zwölf Stempel von Impfzentren sowie Chargenaufkleber für COVID-19-Impfstoffe. Vor Gericht wurde bekannt, dass das Duo die leeren Heftchen zunächst über eBay mit geringem Gewinn verkaufen wollte. Später beschlossen sie, die Dokumente mit gefälschten Einträgen zu versehen und jedes für 50 Euro zu veräußern.
Zwischen August und Dezember 2021 fertigten sie mindestens 6.000 gefälschte Impfnachweise an. Das Gericht stellte jedoch fest, dass nur etwa 3.200 Käufer die Fälschung durch das Eintragen ihrer persönlichen Daten vollendeten. Die Angeklagten behaupteten, sie hätten nicht gewusst, dass ihr Handeln strafbar sei. Ihr Nettogewinn aus dem Geschäft belief sich nach Abzug der Kosten auf 285.400 Euro.
Das Gericht verurteilte jeden der beiden Angeklagten zu etwa dreieinhalb Jahren Haft. Sie wurden als Gehilfen der Urkundenfälschung schuldig gesprochen, da die Käufer durch die Nutzung der Pässe die eigentliche Straftat begangen hatten. Zudem wurden beide wegen Steuerhinterziehung verurteilt, weil sie ihre illegalen Einnahmen nicht deklariert hatten.






