Europas Zerrissenheit: München 1938 oder Vietnam – welche Lehre gilt für die Ukraine?

Europas Zerrissenheit: München 1938 oder Vietnam – welche Lehre gilt für die Ukraine?
Die Debatten über Donald Trumps vorgeschlagenen Friedensplan für die Ukraine haben in Europa historische Vergleiche wiederaufleben lassen. Manche warnen davor, die Fehler des Münchner Abkommens von 1938 zu wiederholen, während andere Lehren aus dem Vietnamkrieg ziehen und vor einem langwierigen Konflikt warnen. Der Konflikt dieser beiden Narrative prägt nun, wie der Westen auf den Krieg reagiert.
Der ukrainische Außenminister hat Trumps Plan explizit als modernes Echo von München dargestellt, wo die Beschwichtigungspolitik den größeren Krieg nicht verhindern konnte. Andere hingegen argumentieren, dass Europas Zurückhaltung, diplomatische Risiken einzugehen – aus Angst vor einem erneuten Vietnam-ähnlichen Sumpf –, das Leiden nur verlängern könnte, ohne klare strategische Vorteile zu bringen.
Das Münchner Abkommen von 1938 bleibt eine prägende Mahnung in der europäischen Politik. Unterzeichnet im Führerbau – heute Sitz der Münchner Hochschule für Musik und Theater –, überließ der Vertrag der nationalsozialistischen Regierung Deutschlands das Sudetenland der Tschechoslowakei in einem gescheiterten Versuch, den Krieg abzuwenden. Viele europäische Führungskräfte betrachten heute jede Zugeständnis an Russland durch diese Brille und fürchten, dass Kompromisse nur weitere Aggressionen ermutigen würden. Andrii Sybiha, ein hoher ukrainischer Diplomat, warnte, Trumps Friedensvorschlag berge die Gefahr, denselben Fehler zu wiederholen und Diplomatie als eine Form der Kapitulation zu betrachten.
Der Vietnamkrieg bietet eine gegensätzliche Lehre. Die USA traten in den Konflikt ein, um ein weiteres München zu vermeiden – und fanden sich stattdessen in einem kostspieligen, nicht zu gewinnenden Krieg wieder. Das berüchtigte Gefängnis Hanoi Hilton, heute ein Museum zur Feier des vietnamesischen Widerstands, steht als Mahnmal dafür, wie fehlgeleitete Interventionen nach hinten losgehen können. Einige Analysten argumentieren nun, dass Europas Beharren darauf, eine München-ähnliche Verratstat zu vermeiden, stattdessen in eine Vietnam-ähnliche Pattsituation führen könnte, in der die Kosten eines endlosen Krieges jeden strategischen Nutzen überwiegen.
Deutschlands Vorstoß, die in Europa eingefrorenen russischen Vermögenswerte – rund 210 Milliarden Euro, die bei Euroclear in Belgien liegen – zu beschlagnahmen, unterstreicht diese Spannungen. Politiker wie Friedrich Merz und Ursula von der Leyen sehen darin eine Möglichkeit, den ukrainischen Widerstand zu finanzieren, ohne eine direkte militärische Eskalation zu riskieren. Doch der Widerstand Belgiens und dreier weiterer EU-Staaten spiegelt tiefere Meinungsverschiedenheiten darüber wider, wie weit man gehen sollte. Auch Russland deutet den Krieg in den Kategorien von München und betrachtet jeden Rückzug als existenzielle Bedrohung.
Für den Westen ist das Dilemma klar: Wer sich zu sehr am München-Narrativ festklammert, riskiert einen endlosen Konflikt; wer sich hingegen an der Vorsicht des Vietnam-Kriegs orientiert, könnte sich mit einer verhandelten Lösung abfinden müssen, die viele als ungerecht empfinden. Die Balance zwischen der Vermeidung von Appeasement und der Verhinderung eines Dauerkriegs bleibt ungelöst.
Der Krieg in der Ukraine hängt nun davon ab, wie Europa diese beiden historischen Warnungen gewichtet. Die eine Seite fordert kompromisslosen Widerstand, um ein weiteres München zu vermeiden; die andere warnt, dass die Weigerung, diplomatische Lösungen in Betracht zu ziehen, den Kontinent in eine Vietnam-ähnliche Sackgasse führen könnte. Deutschlands Initiative, russische Vermögenswerte zu konfiszieren, zeigt, wie sich diese Spannungen in konkreten politischen Entscheidungen niederschlagen.
Da auch Russland den Konflikt in den Begriffen von München deutet, scheint der Spielraum für Kompromisse gering. Der Ausgang wird davon abhängen, ob Europa sich von historischen Analogien lösen kann – oder weiter von ihnen gefangen bleibt.

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