Europas Kampf um digitale Zahlungssouveränität gegen US-Stablecoins
Mitte Oktober trafen sich Expertinnen und Experten aus den Bereichen Finanzen, digitale Forensik und Blockchain in München, um über die Zukunft digitaler Zahlungen in Europa zu diskutieren. Die von Dr. Jan J. Kruppa von DLT Germany und der V-Bank AG ausgerichtete Veranstaltung konzentrierte sich darauf, die finanzielle Widerstandsfähigkeit des Kontinents im globalen Wettbewerb zu stärken. Die Teilnehmer waren sich einig: Europa muss schneller eigene digitale Zahlungssysteme entwickeln.
Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Vorherrschaft US-gestützter Stablecoins wie USDT und USDC, die fast 99 Prozent des weltweiten Marktes kontrollieren. Matt Oksa, Marketingleiter von Schuman Financial, stellte mit EURØP einen regulierten, eurogedeckten Stablecoin vor, der die Abhängigkeit von dollarbasierten Alternativen verringern soll. Anders als US-Modelle plant EURØP, über 60 Prozent der Reserven in Bankeinlagen zu halten – eine Maßnahme, die Stabilität im Einklang mit den MiCA-Vorgaben sichern soll.
Bis Anfang 2026 waren im ESMA-Register 19 lizenzierte EMT-Emittenten aus 11 europäischen Ländern verzeichnet, die 29 regulierte Stablecoins anbieten. Die vollständige Umsetzung von MiCA ist für Juli 2026 vorgesehen. Konsortien wie Qivalis (mit der deutschen DekaBank und der österreichischen RBI) bereiten eurobasierte Stablecoins für Ende 2026 vor. Bisher wurden jedoch noch keine nationalen Digitalwährungen über die Pilotphase hinaus eingeführt.
Ein weiteres zentrales Thema war die Cybersicherheit. Stefan Wenshofer, Leitender Kriminaldirektor, erläuterte die Rolle der Zentralen Anlaufstelle Cybercrime Bayern (ZAC), die Unternehmen, Strafverfolgungsbehörden und Forscher vernetzt. Das auf Blockchain-Forensik spezialisierte Unternehmen AQ Forensics GmbH präsentierte Dienstleistungen wie Transaktionsnachverfolgung und Betrugsermittlungen.
Die V-Bank AG, Partner für institutionelle Kunden, skizzierte ihre Schwerpunkte im regulierten Krypto-Handel, digitalen Wertpapieren und Web3-Anwendungen. Die nächsten Veranstaltungen von DLT Germany werden sich mit den Auswirkungen von Web3 auf die Kunst sowie dem vorgeschlagenen EU-DAO-Gesellschaftsmodell befassen.
Die Konferenz endete mit einem Appell, die europäischen Strategien für digitale Zahlungen zu beschleunigen. Projekte wie EURØP zielen darauf ab, Kapitalabflüsse in US-dominierte Stablecoins einzudämmen. Organisationen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, können sich für weitere Informationen an Dr. Jan J. Kruppa unter [email protected] wenden.






