Eichstätter Bischof Hanke tritt nach 60-Millionen-Dollar-Skandal zurück
Alexander Textor"Skandal in der Diözese" - Ehemaliger Bischof gibt im Prozess zu - Eichstätter Bischof Hanke tritt nach 60-Millionen-Dollar-Skandal zurück
Bischof Gregor Maria Hanke ist nach 18 Jahren an der Spitze des Bistums Eichstätt zurückgetreten. Sein Rücktritt folgt auf einen Finanzskandal, der riskante US-Immobiliengeschäfte in Höhe von 60 Millionen Dollar betrifft. Die Behörden ermitteln nun wegen des Verdachts auf Bestechung und Missmanagement in den Finanzen des Bistums.
Im Mittelpunkt der Affäre stehen spekulative Immobilieninvestitionen in Höhe von insgesamt 60 Millionen Dollar. Die Staatsanwaltschaft hat einen Projektentwickler wegen Untreue und Bestechung angeklagt, während dem ehemaligen stellvertretenden Finanzdirektor des Bistums Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen werden.
Bei Befragungen räumte Hanke ein, erst nach getätigten Investitionen von den problematischen Geschäften erfahren zu haben. Er gestand ein, dass die finanzielle Aufsicht des Bistums unzureichend gewesen sei, und beschrieb das System als ein "zu weitmaschiges Netz". Der Bischof gab zudem zu, dass die Finanzabteilung zu eigenständig agiert habe, was gefährliche "blinde Flecken" geschaffen habe.
Hanke kritisierte darüber hinaus den Vermögensverwaltungsrat des Bistums dafür, überwiegend aus internen Mitgliedern bestanden zu haben. Er deutete an, dass dieses Fehlen externer Kontrolle zu den Versäumnissen beigetragen habe. Der ehemalige Bischof stellte zudem infrage, ob das Aufsichtsgremium überhaupt über die notwendige Expertise verfügte, um hochriskante Investitionen sachgerecht zu bewerten.
Bisher wurden keine konkreten Reformen der finanziellen Aufsicht innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland angekündigt. Die Diskussionen im Rahmen des Synodalen Wegs konzentrieren sich weiterhin auf übergeordnete Themen wie Führungsmodelle und Synodalität, statt auf finanzielle Transparenz. Der Fall bleibt Gegenstand der Ermittlungen, und die juristischen Verfahren gegen die Beschuldigten laufen noch.






