Duisburger Polizei-Labor: Von 250.000 Euro zu 4,66 Millionen – was lief schief?
Alexander TextorDuisburger Polizei-Labor: Von 250.000 Euro zu 4,66 Millionen – was lief schief?
Das Duisburger Innovationslabor sollte die Polizei in Nordrhein-Westfalen modernisieren. Stattdessen wurde es zum Symbol für Kostenexplosionen und fragwürdige Prioritäten. Ursprünglich mit 250.000 Euro veranschlagt, stieg das Endbudget des Projekts auf 4,66 Millionen Euro – und das ohne ordentliche Kosten-Nutzen-Analyse.
Das Labor war dafür gedacht, neue Technologien zu testen, darunter ein Roboterhund namens Spot. Programmiert, um sensible Dokumente durch Zerlegung in winzige Datenkügelchen zu vernichten, galt Spot als zentrales Element des Vorhabens. Doch als Prüfer vor Ort waren, wirkte der Überwachungsstandort verlassen: Ein kaputter Fernseher und keine Spur vom Roboter.
Die Einrichtung selbst erinnert eher an ein Luxusressort als an ein Innovationszentrum für die Polizei. Eine Wellness-Oase, ein Minigolfplatz und hochwertige Möbel füllen die Räume. Der Konferenzraum wurde in eine Lounge mit bequemen Sesseln und Billardtischen umfunktioniert. Kriminalhauptkommissar Klaus Brandner, der das Labor leitet, serviert Besuchern sogar Kaffee aus einer Maschine mit 100 individuellen Einstellungsmöglichkeiten.
Auch finanzielle Entscheidungen werfen Fragen auf. Statt für eine Dienstfahrt einen Mietwagen mit Fahrer zu nutzen, entschied man sich für ein Taxi zur Rechnungsprüfungsstelle Nordrhein-Westfalen. Das Landesamt für Polizei (LZPD) gab zu, vor Projektbeginn nie eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt zu haben. Trotz der Budgetüberschreitung schlug Brandner vor, das Konzept des Labors auf andere Polizeistationen in NRW auszuweiten – falls sich die Ergebnisse als erfolgreich erweisen.
Nun steht das Duisburger Innovationslabor wegen der explodierenden Kosten und der luxuriösen Ausstattung in der Kritik. Die Behörden müssen entscheiden, ob der Nutzen des Projekts die ausgegebenen 4,66 Millionen Euro rechtfertigt. Das Ergebnis könnte künftige Investitionen in Polizeitechnologie in der gesamten Region prägen.






