Deutschlands letzter Siliziumproduzent schließt 2025 das Werk in Pocking

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Ein Computersystem mit Tastatur, Maus und CPU auf einem Tisch, neben einer Solarzelle, Batterie, Chips und Kabel, mit einem roten Stuhl und einer weißen Wand im Hintergrund.

Deutschlands letzter Siliziumproduzent schließt 2025 das Werk in Pocking

Deutschlands letzter Siliziumproduzent schließt 2025 Werk in Pocking

Der letzte deutsche Siliziumhersteller, RW Silicium, wird sein Werk im bayerischen Pocking im Jahr 2025 schließen. Die Schließung ist das Ergebnis jahrelanger finanzieller Belastungen durch steigende Energiekosten und den harten Wettbewerb mit preisgünstigen Importen aus China. In seiner Blütezeit produzierte das Werk jährlich rund 30.000 Tonnen metallurgisches Silizium.

Der Niedergang des Standorts ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die explodierenden Strompreise in Deutschland, verschärft durch die Energiekrise, machten den Betrieb zunehmend unwirtschaftlich. Gleichzeitig schwächte eine nachlassende Industrienachfrage und das billige Silizium aus China die Wettbewerbsfähigkeit weiter. Die Muttergesellschaft AMG kam schließlich zu dem Schluss, dass das Werk keine wirtschaftliche Zukunft mehr habe.

Als Reaktion auf die Flut günstigen chinesischen Siliziums leitete die Europäische Kommission Gegenmaßnahmen ein. Im Oktober 2024 begann sie ein Antidumping-Verfahren, das im Juli 2025 zu vorläufigen Zöllen von bis zu 31,5 Prozent führte. Im Dezember 2025 wurden endgültige Abgaben verhängt, um europäische Hersteller zu schützen. Trotz dieser Schritte konnte sich das Werk in Pocking nicht erholen. Von der Schließung sind 110 Mitarbeiter betroffen, die in Kürze über die Entscheidung informiert werden. Es werden Verhandlungen über Abfindungsregelungen erwartet.

Die Stilllegung spiegelt die branchenweiten Schwierigkeiten wider: Auch die deutsche PCC Group hatte ihre Siliziumproduktion in Island aufgrund ähnlicher Herausforderungen vorübergehend eingestellt. PCC-Chef Peter Wenzel kritisierte die ungleichen Wettbewerbsbedingungen und warf chinesischen Importen vor, oft niedrigere Standards in Arbeitsrechten, Menschenrechten und Umweltschutz einzuhalten. Die deutsche Regierung und die EU-Kommission setzen hingegen weiter auf eine größere Unabhängigkeit in den Rohstofflieferketten.

Mit der Schließung des Werks in Pocking verliert Deutschland seinen letzten heimischen Siliziumproduzenten. Die Entscheidung unterstreicht die kombinierte Wirkung hoher Energiekosten und globaler Konkurrenz. Für die 110 Beschäftigten beginnt nun eine unsichere Zukunft, während sich die Branche an die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen muss.

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