Deutsche Bahn droht mit Streichung von Zugverbindungen in Bayern wegen maroder Gleise
Alexander TextorMarode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn droht mit Streichung von Zugverbindungen in Bayern wegen maroder Gleise
Deutsche Bahn erwägt Streichung von Zugverbindungen in Bayern wegen maroder Infrastruktur
Die Deutsche Bahn prüft die Abschaffung von Zugverbindungen in Bayern, nachdem sich der Zustand des Schienennetzes in der Region weiter verschlechtert hat. Der Schritt folgt auf Warnungen sowohl des Unternehmenschefs als auch von Landesvertretern vor dem desolaten Zustand der Gleise. Eine endgültige Entscheidung über mögliche Streichungen wird in den kommenden Tagen erwartet.
Das Problem wurde nach einem nicht öffentlichen Gespräch zwischen der DB-Chefin Evelyn Palla und Landespolitikern bekannt. Der Verkehrsachmann der CSU, Jürgen Baumgärtner, machte die Inhalte der Gespräche im bayerischen Landtag öffentlich. Palla hatte bereits im März 2026 erklärt, dass die Sanierung des deutschen Schienennetzes mindestens ein Jahrzehnt dauern werde – bis 2036 sollen 40 wichtige Strecken grundlegend erneuert werden.
Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) räumte ein, dass sich die Infrastruktur in Bayern in einem besorgniserregenden Zustand befinde. Er lehnte jedoch den früheren Vorschlag der Bahn ab, die Strecke München–Rosenheim 2028 monatelang komplett zu sperren. Gleichzeitig betonte er, dass die Vermeidung von Zugausfällen weiterhin oberste Priorität habe.
Die DB-Tochter DB Infrago schlug vor, die Gleisbelegung anzupassen, um Kapazitäten und Instandhaltungsbedarf besser in Einklang zu bringen. Unterdessen forderte die Grünen-Fraktion die Landesregierung auf, die Mittel für die Schienensanierung deutlich aufzustocken. Experten warnen, dass ohne massive Investitionen der Verfall des Netzes weiter voranschreiten werde.
Eine offizielle Bekanntgabe zu möglichen Zugstreichungen steht noch diese oder Anfang nächster Woche an. Da die Sanierung des bayerischen Schienennetzes Jahre in Anspruch nehmen wird, laufen bereits langfristige Planungen. Bis dahin arbeiten die Verantwortlichen daran, die Auswirkungen auf den Fahrgastbetrieb so gering wie möglich zu halten und die strukturellen Probleme schrittweise zu beheben.