25 March 2026, 14:14

Chefket-Konzert in Berlin abgesagt: Antisemitismus-Vorwürfe entfachen Kulturstreit

Ein detailliertes Plakat mit einer Karte von Israel und Palästina, das Städte, Flüsse und geografische Merkmale zeigt, sowie Text und Linien, die das Ausmaß des Konflikts zwischen den beiden Ländern angeben.

Antisemiten vs. Zionazis: Warum Jan Böhmermanns Misserfolg spektakulär war - Chefket-Konzert in Berlin abgesagt: Antisemitismus-Vorwürfe entfachen Kulturstreit

Ein geplantes Konzert des deutschen Rappers Chefket im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) wurde nach einer hitzigen Kontroverse abgesagt. Die Veranstaltung, die Teil der von Jan Böhmermann kuratierten Reihe war, sollte am 7. Oktober stattfinden, stieß jedoch auf massive Kritik wegen früherer Äußerungen des Künstlers. Mehrere Mitwirkende zogen sich später zurück, was die Debatte über politische Meinungsfreiheit und Antisemitismus weiter anheizte.

Chefkets Auftritt im Rahmen der Reihe Die Möglichkeit der Irrationalität geriet in die Kritik, nachdem im Jahr 2023 veröffentlichte Instagram-Posts des Rappers bekannt wurden. Die Bilder zeigten ihn in T-Shirts mit einer Karte der israelisch-palästinensischen Region – Israel war darauf vollständig ausgeblendet. Kritiker, darunter die Zeitung Bild, bezeichneten die Posts als antisemitisch und warfen ihm vor, antiisraelische Positionen zu verbreiten.

Kulturminister Wolfram Weimer verurteilte das geplante Konzert als Provokation und betonte, Antisemitismus habe in öffentlichen Veranstaltungen keinen Platz. Der Journalist Claudius Seidl von der Süddeutschen Zeitung ging noch weiter und behauptete, Chefket leugne Israels Existenzrecht. Trotz dieser Vorwürfe ergab eine Prüfung der breiteren musikalischen und öffentlichen Äußerungen des Rappers keine durchgängigen Belege für extreme antiisraelische Motive oder Antisemitismus.

Als die Diskussionen eskalierten, entschied Böhmermann, Chefket von der Veranstaltung auszuladen. Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als auch andere geplante Künstler ihre Teilnahme absagten – mit der Begründung, sie fühlten sich mit dem Umgang des HKW zur Gaza-Situation unwohl. Die fehlende sachliche Auseinandersetzung ließ kaum Raum für ein Verständnis unterschiedlicher Standpunkte; stattdessen dominierten Schuldzuweisungen die ursprüngliche kulturelle Veranstaltung.

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Die Absage unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Sensibilität in Deutschland. Chefkets Streichung aus dem Programm erfolgte unter öffentlichem Druck und Vorwürfen, obwohl sein Gesamtwerk die schwerwiegendsten Anschuldigungen nicht eindeutig stützte. Der Vorfall wirft Fragen auf, wie kulturelle Einrichtungen künftig mit solchen Kontroversen umgehen sollen.

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