Chaos im Labertal: Windkraftprojekte überrollen besorgte Anwohner ohne klare Planung

Chaos im Labertal: Windkraftprojekte überrollen besorgte Anwohner ohne klare Planung
Windkraftausbau im bayerischen Labertal sorgt für wachsende Besorgnis
Im bayerischen Labertal mehren sich die Bedenken der Anwohner gegen den rasanten Ausbau der Windenergie. Ohne einen klaren Regionalplan entstehen derzeit gleichzeitig mehrere Windparkprojekte in den Wäldern um Laberweinting. Die Bevölkerung spricht von einem chaotischen Vorgehen und fürchtet, dass ihre Dörfer bald von Windrädern umgeben sein könnten.
Die fehlende koordinierte Planung hat zu einer mangelnden Aufsicht in der Region geführt. Da Bayern bei der Regulierung der Windenergie nur langsam vorankommt, treiben Investoren ihre Projekte eigenständig voran. Das Planungsbüro Neidl + Neidl mit Sitz in Sulzbach-Rosenberg erarbeitet bereits Entwürfe für Windkraftanlagen in der Nähe von Laberweinting, darunter auch in den Gebieten von Mengkofen und Geiselhöring.
Eine Bürgerinitiative im Labertal übt scharfe Kritik an den aktuellen Planungsentwürfen. Die vorgeschlagenen 19 Windräder belasteten die örtlichen Gemeinden unzumutbar, argumentieren die Aktivisten. Die Initiative befürwortet zwar einen begrenzten Ausbau von bis zu zehn Anlagen, lehnt aber das aktuelle Ausmaß ab. Simon Berleb, Sprecher der Initiative, bezeichnete die Situation als "chaotisches Wachstum". Die Gemeinde Laberweinting hat inzwischen kaum noch Einfluss auf die Entwicklungen. Änderungen an der bayerischen 10H-Regelung, die bisher den Bau von Windrädern in Waldnähe einschränkte, haben die lokale Entscheidungsgewalt weiter beschnitten. Unterdessen fand am 9. Juli 2025 eine öffentliche Versammlung zu Windvorranggebieten im benachbarten Hohenthann statt – ohne dass konkrete Beschlüsse gefasst wurden.
Die Anwohner bleiben besorgt über die unkontrollierte und schnelle Ausweitung der Windparks in ihrer Region. Ohne einen verbindlichen Regionalplan steht das Labertal vor einer ungewissen Zukunft, während immer neue Anlagen geplant werden. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob die Behörden klarere Richtlinien einführen, um den Energiebedarf mit den Interessen der lokalen Bevölkerung in Einklang zu bringen.

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