Cadolzburg kämpft 2026 mit Millionen-Defizit und plant radikale Sparmaßnahmen
Alexander TextorCadolzburg kämpft 2026 mit Millionen-Defizit und plant radikale Sparmaßnahmen
Cadolzburg steht 2026 vor einem erheblichen Haushaltsdefizit – die Schätzungen belaufen sich auf 12,4 bis 17,1 Millionen Euro. Um eine Liquiditätsreserve von fünf Millionen Euro zu erhalten, muss die Stadt nun zwischen sieben und elf Millionen Euro einsparen, und zwar durch eine Kombination aus Ausgabenkürzungen, Effizienzsteigerungen und Einnahmewachstum.
Um die Krise zu bewältigen, prüfen die Verantwortlichen Gebührenerhöhungen, neue Serviceentgelte und strengere Finanzkontrollen. Die haushaltliche Belastung ergibt sich aus rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen, gestiegenen Umlagekosten sowie höheren Ausgaben für Material und Dienstleistungen. Trotz starker Einkommensteuer- und Mehrwertsteuereinnahmen bleibt der Haushalt unter Druck.
Interne Sparmaßnahmen umfassen zentralisierte Beschaffung, reduzierte freiwillige Ausgaben und eine systematische Abrechnung öffentlicher Bauvorhaben. Zudem plant die Stadt neue Gebühren für die Bibliotheksnutzung und Verpflegung in Kitas sowie höhere Entgelte für bestehende Leistungen.
Falls diese Schritte nicht ausreichen, könnte Cadolzburg – wie bereits 2017, als es 1,2 Millionen Euro erhielt – Stabilisierungshilfen vom Freistaat Bayern beantragen. Voraussetzung wäre jedoch, dass der Stadtrat einen formellen Haushaltskonsolidierungsplan beschließt. Die Kämmerei warnt, dass Kredite notwendig werden könnten, falls andere Finanzierungsoptionen ausgeschöpft sind.
Die Verwaltung betont, gesetzliche Verpflichtungen und Servicequalität aufrechterhalten zu wollen, während sie eine ausgeglichene Finanzstrategie verfolgt. Cadolzburgs Finanzplan setzt auf Ausgabenreduzierung, Effizienzgewinne und mögliche externe Unterstützung. Ziel ist es, die fünf Millionen Euro Liquiditätsreserve zu sichern und den Haushalt bis 2026 zu stabilisieren. Die nächsten Schritte des Stadtrats werden zeigen, ob zusätzliche Mittel oder Kreditaufnahmen unvermeidbar werden.






