11 June 2026, 14:14

Bundeswehr warnt vor gravierenden Lücken in der deutschen Krisenvorsorge

Starke Partner im Frieden, Krisen und Krieg - Der Sanitätsdienst der Bundeswehr und das zivile Gesundheitssystem

Bundeswehr warnt vor gravierenden Lücken in der deutschen Krisenvorsorge

142. Chirurgischer Kongress in München: Bundeswehr warnt vor Lücken in der Krisenvorsorge

In München fand der 142. Chirurgische Kongress statt, an dem auch die Bundeswehr beteiligt war. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Widerstandsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems in Zeiten nationaler oder Bündnisverteidigung. Führende Experten wiesen auf erhebliche Defizite in der Vorbereitung auf großflächige Notfälle hin.

Generalstabsarzt Dr. Johannes Backus, Kommandeur des Kommandos Sanitätsdienst der Bundeswehr, betonte die zentrale Rolle der Krankenhäuser als Rückgrat der medizinischen Versorgung in Krisenzeiten. Er machte deutlich, dass zivile Kliniken im Kriegs- oder Katastrophenfall die Hauptlast der patientenbezogenen Versorgung tragen müssten. Diese Einrichtungen seien daher in personeller, organisatorischer und technischer Hinsicht entsprechend vorzubereiten.

Professor Dr. Dietmar Pennig verwies auf einen Mangel an Fachärzten, Pflegekräften und essenziellen Materialien für die Bewältigung alltäglicher Notfälle in einer Krise. Ein Gesundheitssystem, das allein auf wirtschaftliche Effizienz ausgelegt sei, verfüge nicht über die notwendigen Pufferkapazitäten, um unter Belastung funktionsfähig zu bleiben, so seine Argumentation.

Als erste Anlaufstellen in Krisenfällen schlug der Kongress die neun BG-Kliniken, 36 Universitätskliniken sowie große Versorgungsträger vor. Kleinere und reguläre Einrichtungen sollten die flächendeckende Versorgung sicherstellen. Zivile und militärische Akteure wurden aufgefordert, gemeinsame Notfallstrategien zu entwickeln und diese in Übungen zu erproben.

Die Diskussionen unterstrichen, wie dringend zivile Kliniken auf militärmedizinische Anforderungen vorbereitet werden müssen. Ein System ohne Reserven halte einer Krise nicht stand. Die Stärkung der Zusammenarbeit und der Kapazitäten bleibe entscheidend für die zukünftige Handlungsfähigkeit.

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