27 June 2026, 16:13

Bundesregierung will Schöffenauswahl verschärfen – Streit um demokratische Grundwerte

Justizministerium erwägt strengere Regeln für Laienrichter

Bundesregierung will Schöffenauswahl verschärfen – Streit um demokratische Grundwerte

Das deutsche Bundesjustizministerium plant eine Verschärfung des Überprüfungsverfahrens für Schöffenbewerber. Ein neuer Gesetzentwurf zielt darauf ab, das Deutsche Richtergesetz zu ändern, um strengere Kontrollen zu gewährleisten. Der Vorstoß hat unter politischen Gruppen und Parteien eine Debatte ausgelöst.

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Das Ministerium will sicherstellen, dass nur Personen, die sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung bekennen, als Schöffen tätig sein können. Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen sieht vor, dass Bewerber schriftlich erklären müssen, ob mögliche Ausschlussgründe vorliegen.

Die unionsgeführte CDU/CSU-Bundestagsfraktion fordert eine stärkere Einbindung des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV). Günter Krings, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, sprach sich für ein bundesweit einheitliches, verpflichtendes Prüfverfahren aus. Zudem schlug er vor, dass die Auswahlgremien künftig regelmäßig die Verfassungsschutzbehörden konsultieren sollten, bevor sie Entscheidungen treffen.

Kritik kommt von der rechtspopulistischen AfD. Tobias Matthias Peterka, rechtspolitischer Sprecher der AfD, argumentiert, dass die bestehenden Regelungen bereits ausreichende Überprüfungen vorsähen. Zwar betonte er, dass jeder Schöffe demokratische Werte achten müsse, zusätzliche Maßnahmen hält er jedoch für unnötig.

Der Entwurf des Ministeriums könnte die Auswahl von Schöffen in Deutschland grundlegend verändern. Falls das Gesetz verabschiedet wird, würden strengere Kontrollen und formelle Erklärungen eingeführt. Der Vorschlag bleibt jedoch umstritten – die Meinungen über seine Notwendigkeit gehen weit auseinander.

Quelle