Bundesregierung prüft Asylanträge syrischer Männer neu – doch Abschiebungen bleiben aus
Alexander TextorBundesregierung prüft Asylanträge syrischer Männer neu – doch Abschiebungen bleiben aus
Die deutsche Bundesregierung treibt die Pläne voran, Asylanträge von syrischen Staatsbürgern neu zu prüfen. Im Fokus stehen dabei junge, ledige Männer sunnitischen Glaubens – allerdings fanden seit Oktober 2023 keine Abschiebungen nach Syrien oder in die Türkei statt. Innerhalb der Behörden herrscht Uneinigkeit über die Sicherheit und Rechtmäßigkeit solcher Rückführungen.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat die Bearbeitung von Asylanträgen für junge, arbeitsfähige, alleinstehende Männer aus Syrien wiederaufgenommen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will den Kreis der potenziellen Rückführungskandidaten erweitern und dabei Personen mit geringem Schutzbedarf priorisieren. Der Asylrechtsexperte Daniel Thyrm hält diesen Ansatz für nachvollziehbar, angesichts der hohen Ablehnungsquoten in dieser Gruppe.
Die politischen Reaktionen fallen gespalten aus. Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, sieht keine rechtlichen Hindernisse, sunnitische Araber nach Syrien zurückzuführen. Clara Bünger von der Linken hingegen argumentiert, Abschiebungen würden angesichts der instabilen Lage in Syrien gegen Menschenrechte verstoßen. Filiz Polat, migrationspolitische Sprecherin der Grünen, pflichtet dem bei und betont, Syrien sei für Rückkehrer weder sicher noch stabil.
Sonja Eichwede von der SPD räumt ein, dass sich die Bedingungen in Teilen Syriens verbessert hätten und eine Überprüfung der Asylanträge daher gerechtfertigt sei. Tatsächlich gab es jedoch seit Ende 2023 keine Abschiebungen mehr, da Gerichte und menschenrechtliche Bedenken die Rückführungen blockieren. Gottfried Curio von der AfD besteht darauf, Flüchtlinge nach Ende der Krise zurückzuschicken – doch rechtliche und praktische Hürden bleiben bestehen.
Der Vorstoß der Regierung, syrische Asylfälle neu zu bewerten, hat die Debatte über Sicherheit und Legalität wieder entfacht. Zwar werden bestimmte Gruppen gezielt überprüft, doch bisher fanden keine Abschiebungen statt. Das Thema bleibt mit anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen und Sorgen über die Lage in Syrien verknüpft.






