Bundesregierung plant radikale Kürzungen im Gesundheitswesen – Krankenhäuser protestieren
Roger AdolphBundesländer gegen Sparpaket im Gesundheitswesen - Gerlach fordert Verbesserungen - Bundesregierung plant radikale Kürzungen im Gesundheitswesen – Krankenhäuser protestieren
Die Bundesregierung treibt eine jährliche Kürzung der Gesundheitsausgaben in Höhe von 2 Milliarden Euro voran. Den Löwenanteil der Einsparungen – 1,8 Milliarden Euro – sollen die Krankenhäuser tragen. Der Schritt stößt auf massiven Widerstand der Bundesländer und sogar auf Kritik aus den Reihen der eigenen Regierungskoalition.
Die Koalition aus CDU/CSU und SPD hat bereits ein kleines Sparpaket für 2026 im Volumen von rund 1,8 Milliarden Euro beschlossen. Zu den zentralen Maßnahmen gehören die Deckelung der Erhöhungen bei den Krankenhausvergütungen sowie die Abschaffung der Meistbegünstigungsklausel für Krankenhäuser. Doch ein deutlich größeres Paket – möglicherweise bis zu 25 Milliarden Euro – wird von der GKV-Finanzkommission bis Ende März 2026 erwartet. Die geplanten Kürzungen könnten die Krankenhausfinanzierung, den Innovationsfonds, Reformen in der Primärversorgung sowie höhere Zuzahlungen der Patienten für Medikamente betreffen.
Die Bundesländer lehnen den Sparplan entschieden ab. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) fordert Nachbesserungen und argumentiert, dass Krankenhäuser nicht dauerhaft unter finanzieller Belastung stehen dürften. Ihre Haltung spiegelt eine breitere Sorge wider: Drei Viertel der deutschen Krankenhäuser schreiben laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger seit Jahren rote Zahlen.
Auch aus den Reihen der SPD kommt Kritik – Kommunalpolitiker der Partei schließen sich mit Oppositionsparteien zusammen, um die Maßnahmen zu verurteilen. Heute stimmt der Bundesrat darüber ab, ob der Gesetzentwurf an den Vermittlungsausschuss verwiesen wird. Dies könnte die Regierung zwingen, ihre Pläne zu überarbeiten.
Die Entscheidung des Bundesrates wird darüber entscheiden, ob das Sparpaket wie geplant umgesetzt oder weiter verhandelt wird. Sollte es in der aktuellen Form beschlossen werden, müssten die Krankenhäuser den Großteil der 2-Milliarden-Kürzung verkraften – was den finanziellen Druck auf einen ohnehin schon angeschlagenen Sektor weiter verschärfen würde. Das Ergebnis könnte auch die Weichen für das deutlich umfangreichere 25-Milliarden-Sparpaket stellen, das für nächstes Jahr ansteht.






