Bundespolizei droht Ausfall der Körperkameras – und bleibt ohne Ersatz
Stjepan StaudeBundespolizei droht Ausfall der Körperkameras – und bleibt ohne Ersatz
Die deutsche Bundespolizei könnte bald ohne funktionierende Körperkameras dastehen. Der aktuelle Hersteller plant, die Unterstützung einzustellen – und lässt die Beamten damit ohne unverzichtbare Ausrüstung zurück. Eine jüngste Ausschreibung für Ersatzgeräte scheiterte trotz eines Budgets von fünf Millionen Euro.
Die Bundespolizei hatte fünf Millionen Euro für den Kauf von 2.500 neuen Körperkameras eingeplant, mit einer Option auf weitere 1.500 Geräte. Die Kameras sind essenziell, um Beweismaterial in aggressiven Situationen und bei Straftaten zu dokumentieren. Einige Modelle lassen sich zudem nahtlos mit den Elektroschockgeräten der Polizei verbinden, was die Einsatzfähigkeit erhöht.
Die Ausschreibung platzte, nachdem zusätzliche Anforderungen wie austauschbare Akkus das Vorhaben für Lieferanten unattraktiv machten. Die Polizeigewerkschaft wusste bereits seit Monaten von den Rückzugsplänen des Herstellers. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass der aktuelle Anbieter die Unterstützung verlängert – doch auch das würde Millionen kosten.
Ohne neue Kameras droht den Beamten der Verlust eines wichtigen Instruments zur Deeskalation, besonders in stark frequentierten Bereichen wie Bahnhöfen. Das gescheiterte Vergabeverfahren lässt der Polizei nur noch begrenzte Möglichkeiten, die Geräte rechtzeitig vor dem Ende der Unterstützung zu ersetzen.
