16 April 2026, 02:12

Bayerns teure Wasserstoff-Wette: 60 Millionen Euro für eine Nische ohne Nachfrage

Drei wasserstoffbetriebene Autos nebeneinander auf einem Parkplatz mit Maschendrahtzaun im Hintergrund und Gras auf der rechten Seite.

Bayerns teure Wasserstoff-Wette: 60 Millionen Euro für eine Nische ohne Nachfrage

Wasserstofftechnologie bleibt in Bayern ein umstrittenes Thema – trotz starker Unterstützung durch die Landesregierung. Wirtschaftminister Hubert Aiwander wirbt seit Langem für Wasserstoff als Zukunftstechnologie für Personenkraftwagen, doch die Nachfrage bleibt gering. Kritiker fragen inzwischen, ob die öffentlichen Gelder in diesem Sektor sinnvoll eingesetzt wurden.

Aiwanders Engagement für Wasserstoff reicht Jahre zurück. Bereits 2021 besuchte er das Leichtbau- und Technologiezentrum von BMW in Landshut, um sich über den Fortschritt bei wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen zu informieren. Ein Jahr später erklärte er, Wasserstoff werde bald den Personenverkehr revolutionieren.

Das bayerische Wirtschaftsministerium hat seitdem rund 60 Millionen Euro in den Aufbau von Wasserstofftankstellen im Freistaat investiert. Doch Anfang 2025 waren in Bayern erst 17 dieser Stationen in Betrieb. Bundesweit bleibt die Verbreitung von Wasserstoffautos gering: Nur 1.802 Fahrzeuge waren zugelassen – im Vergleich zu etwa 1,65 Millionen Elektroautos. In Bayern selbst fuhren Mitte 2025 lediglich 43 wasserstoffbetriebene Pkw auf den Straßen.

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Die zögerliche Entwicklung stößt auf Kritik. Die bayerische SPD wirft der Staatsregierung vor, Steuergelder in eine wenig erfolgversprechende Technologie zu verschleudern. BMW hingegen äußert sich nicht zu den laufenden Debatten im Landtag.

Abseits der Pkw zeigt sich bei Wasserstoff-Lkw etwas mehr Bewegung. Deutschlandweit sind derzeit 263 wasserstoffbetriebene Lastwagen im Einsatz, doch auch hier mangelt es an Infrastruktur. Probleme gibt es auch in der Industrie: Der bayerische Spezialist für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik, SFC Energy, meldete rückläufige Gewinne – bedingt durch schwache Nachfrage und Projektverzögerungen.

Trotz erheblicher Fördergelder und politischer Rückendeckung konnten sich Wasserstofffahrzeuge in Bayern bisher nicht durchsetzen. Die Investitionen in die Tankstelleninfrastruktur stehen in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung – die Zukunftsfähigkeit der Technologie bleibt fraglich. Vorerst ist Wasserstoff eine Nischenlösung in einem Markt, der von elektrischen Alternativen dominiert wird.

Quelle