Bayern stoppt 2026 neue Lehrerstellen – trotz wachsender Schülerzahlen und Kritik
Alexander TextorBayern stoppt 2026 neue Lehrerstellen – trotz wachsender Schülerzahlen und Kritik
Bayern schafft 2026 trotz steigender Schülerzahlen keine neuen Lehrstellen
Die Entscheidung des Freistaats, im Jahr 2026 keine zusätzlichen Lehrerstellen einzurichten, stößt auf scharfe Kritik des Bayerischen Philologenverbandes (bpv). Dieser warnt vor einer weiteren Verschärfung der Bedingungen an den Schulen. Statt auf Neueinstellungen setzt Bildungsministerin Anna Stolz auf eine flexiblere Einsatzplanung des bestehenden Personals, um die wachsenden Klassenstärken zu bewältigen.
In den vergangenen fünf Jahren (2021–2025) hatte Bayern rund 12.500 neue Lehrkräfte eingestellt – eine Zahl, die den Anstieg der Schülerzahlen an Gymnasien und Berufsoberschulen übersteigt, wo der Zuwachs jährlich zwischen 1.200 und 1.500 lag. Dennoch argumentiert der bpv, dass die aktuellen Personalkapazitäten bereits jetzt an ihre Grenzen stoßen.
Der stellvertretende bpv-Vorsitzende Benedikt Karl warf der Staatsregierung vor, das Problem zu ignorieren. Ein Festhalten am Einstellungsstopp führe zwangsläufig zu weniger Unterrichtsstunden und einer höheren Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte. Zudem kritisierte der Verband, dass Stolz auf lokale Flexibilität statt auf zusätzliche Einstellungen setze.
Als Reaktion auf die Herausforderungen hat der bpv einen neuen Preis ins Leben gerufen: den "Gemeinsam Handeln"-Preis. Damit sollen herausragende Kooperationen zwischen Schulleitungen, Personalvertretungen und Lehrkräften gewürdigt werden. Bewerben können sich sowohl langjährige Projekte als auch Initiativen aus dem aktuellen Schuljahr 2025/26.
Während die Schülerzahlen weiter steigen, bleibt die Landesregierung bei ihrer Weigerung, mehr Lehrpersonal einzustellen. Die Schulen müssen sich nun mit den vorhandenen Ressourcen behelfen – was laut bpv die Belastung für die Lehrkräfte weiter erhöhen werde. Der neue Preis soll zwar gelungene Teamarbeit sichtbar machen, doch Kritiker monieren, dass es an struktureller Unterstützung weiterhin fehle.






