Bayern kämpft um mehr Windkraft – 700 Projekte warten auf grünes Licht
Stjepan StaudeBayern kämpft um mehr Windkraft – 700 Projekte warten auf grünes Licht
Bayern drängt auf stärkere Unterstützung durch den Bund, um den Bau von Windkraftanlagen zu beschleunigen. Der Freistaat hat über 700 Projekte, die sofort umgesetzt werden könnten, doch die aktuellen Ausschreibungsregeln führen zu Verzögerungen. Ministerpräsident Markus Söder betont, dass Süddeutschland bei der Windenergie-Ausbau nicht abgehängt werden dürfe.
Bayern und Baden-Württemberg fordern daher Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Sie setzen sich für mehr Windprojekte ein, die zur Ausschreibung zugelassen werden, sowie für eine feste Kapazitätsquote für Süddeutschland. Bisher vergibt die Bundesnetzagentur die Verträge in einer bundesweiten Ausschreibung.
Das Wirtschaftsministerium arbeitet derzeit an einer EEG-Novelle, um diese Bedenken auszuräumen. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche zeigt sich jedoch skeptisch gegenüber dem Vorstoß. Windräder in Norddeutschland erzeugen oft günstiger Strom und haben daher im Bieterverfahren einen Vorteil.
Bayern hat zwar bereits neue Windkraftanlagen genehmigt, doch unter dem aktuellen System erhielten sie keine EEG-Förderverträge. Söder kritisiert, dass die bestehende Regelung den Ausbau der Windenergie im Süden eher bremst als fördert.
Die geplanten EEG-Reformen sollen die Wettbewerbsbedingungen für die süddeutschen Bundesländer angleichen. Wird der Vorschlag umgesetzt, könnte Bayern mit den 700 baureifen Windrädern vorankommen. Der Ausgang hängt von den Bund-Länder-Verhandlungen und den finalen Formulierungen der Novelle ab.
