Bayerische Regionalzüge 2024: Pünktlichkeit auf Rekordtief – nur 85,3 Prozent
Roger AdolphBayerische Regionalzüge 2024: Pünktlichkeit auf Rekordtief – nur 85,3 Prozent
Bayerische Regionalzüge erlebten 2023 die schlechteste Pünktlichkeit seit Jahrzehnten
Neue Zahlen für 2024 zeigen, dass Verspätungen und Ausfälle ein Ausmaß erreichten, wie es seit der Bahnreform in Deutschland 1994 nicht mehr zu verzeichnen war. Beamte bezeichneten die Lage als alarmierend und forderten dringendes Handeln.
Die Pünktlichkeitsquote im bayerischen Regionalverkehr sank 2024 auf nur noch 85,3 Prozent. Das bedeutet, dass fast 15 Prozent der Züge Verspätung hatten, während 8 Prozent komplett ausfielen. Besonders betroffen waren die Strecken München–Prag und München–Hof: Hier kamen lediglich 44 bzw. 62 Prozent der Züge pünktlich an.
Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin des bayerischen Schienenpersonennahverkehrs, räumte ein, dass es sich um die schlechteste Leistung seit der Dezentralisierung vor 30 Jahren handele. Christian Bernreiter, bayerischer Verkehrsminister, nannte den Trend "ernüchternd" und forderte den Bund auf, mehr Investitionen bereitzustellen.
Infrastrukturprobleme und laufende Bauarbeiten verursachten fast die Hälfte aller Verspätungen. Streiks, medizinische Notfälle und Extremwetter waren für über ein Viertel der Zugausfälle verantwortlich. Selbst in den Ballungsräumen gab es Schwierigkeiten: Die Münchner S-Bahn erreichte eine Pünktlichkeit von 87 Prozent, die Nürnberger von 93 Prozent.
Ein Lichtblick blieb die Zugspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen, die weiterhin als zuverlässigste Verbindung der Region galt.
Die Zahlen für 2024 markieren einen Tiefpunkt für das bayerische Schienennetz. Angesichts anhaltender Probleme durch Infrastrukturdefizite und externe Störungen setzen die Verantwortlichen nun auf Bundesmittel für Verbesserungen. Die Verkehrsführer des Freistaats betonten, dass langfristige Lösungen nötig seien, um die Zuverlässigkeit wiederherzustellen.






