Batteriespeicher-Boom in Deutschland: 10.000 Anträge – doch kaum Projekte laufen
Stjepan StaudeBatteriespeicher-Boom in Deutschland: 10.000 Anträge – doch kaum Projekte laufen
In Deutschland ist die Zahl der Anträge für gewerbliche Batteriespeicherprojekte stark angestiegen – allein 2024 gingen fast 10.000 Anträge ein. Wie die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf unveröffentlichte Daten der Bundesnetzagentur berichtet, zeigt dies ein wachsendes Interesse an großtechnischen Energiespeicherlösungen. Doch nur ein Bruchteil dieser Projekte ist derzeit in Betrieb.
2023 genehmigte die Bundesnetzagentur rund 3.800 Anschlussbegehren für Batteriespeicheranlagen. Diese Projekte hätten zusammen eine Leistung von etwa 25 Gigawatt und eine Speicherkapazität von rund 46 Gigawattstunden. Würden sie vollständig umgesetzt, könnten sie eine Stadt von der Größe Münchens fast sechs Tage lang mit Strom versorgen.
Die Anträge für 2024 übertreffen die Vorjahreszahlen jedoch bei Weitem: Die diesjährigen Vorhaben zielen auf eine Gesamtleistung von etwa 400 Gigawatt und eine Speicherkapazität von rund 661 Gigawattstunden ab. Trotz der hohen Antragszahlen beantragen viele Projektentwickler zwar Standorte in großer Zahl, setzen aber in der Regel nur eines pro Genehmigung um.
Aktuell sind in Deutschland lediglich 921 Batteriespeichersysteme auf Mittelspannungsebene oder höher in Betrieb. Zusammen verfügen sie über eine Nettoleistung von etwa 2,3 Gigawatt und eine Speicherkapazität von rund 3,2 Gigawattstunden. Die Daten geben nicht an, wie viele der 2024 eingereichten Anträge von Privatpersonen oder kleinen Unternehmen stammen.
Nicht alle genehmigten Projekte werden auch realisiert. Manche könnten sich verzögern, andere ganz aufgegeben werden. Die Kluft zwischen Anträgen und tatsächlich betriebenen Anlagen bleibt groß.
Die jüngsten Zahlen zeigen zwar eine rasante Zunahme der geplanten Batteriespeicherkapazitäten, doch hinkt die tatsächliche Umsetzung hinterher. Da nur ein kleiner Teil der genehmigten Projekte derzeit aktiv ist, herrscht in der Energiewirtschaft Unsicherheit darüber, wie viele schließlich ans Netz gehen werden. Die Bundesnetzagentur beobachtet die Entwicklung weiter, während die Nachfrage nach Speicherlösungen steigt.






