Bahn-Chaos in Bayern: Warum Züge immer später kommen und was die GDL fordert
Stjepan StaudeBahn-Chaos in Bayern: Warum Züge immer später kommen und was die GDL fordert
Bayerns Schienennetz steht vor wachsenden Herausforderungen. Die Pünktlichkeit im Regional- und Fernverkehr ist drastisch gesunken – dabei spielen Infrastrukturprobleme eine zentrale Rolle. Nun hat sich die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zu der Krise geäußert.
Seit fünf Jahren in Folge verschlechtert sich die Pünktlichkeit im bayerischen Regionalverkehr. 2025 erreichten nur noch 84,9 Prozent der Züge ihr Ziel rechtzeitig. Im Fernverkehr sieht es noch düsterer aus: Hier lag die Pünktlichkeitsquote bei lediglich 60,1 Prozent. Fast die Hälfte aller Verspätungen geht auf marode Infrastruktur und laufende Baustellen zurück.
Die GDL erkennt zwar die Notwendigkeit einer Modernisierung des Schienennetzes an. Doch sie besteht darauf, dass zunächst die bestehenden Mängel behoben werden müssen, bevor eine Ausweitung des Angebots infrage kommt. Jahrzehntelange Unterfinanzierung habe dazu geführt, dass Lösungen nicht von heute auf morgen umsetzbar seien. Kurzfristige Änderungen an Bauplänen und Fahrplänen setzten das Personal zusätzlich unter Druck – von Triebfahrzeugführern bis zu Mitarbeitern in den Leitstellen.
Die Fahrgäste spüren die Folgen deutlich: Zugausfälle, überfüllte Bahnhöfe und überlastete Wagen gehören zunehmend zum Alltag. Verspätete Anschlüsse und unzuverlässige Verbindungen häufen sich – die Beschwerden nehmen zu.
Die GDL betont, dass zuverlässige Fahrgastinformationen jetzt wichtiger sind denn je. Ohne eine grundlegende Sanierung der Infrastruktur würden weitere Angebotsausweitungen die bestehenden Probleme nur verschärfen, warnt die Gewerkschaft. Ihre Haltung unterstreicht die Dringlichkeit, das bayerische Schienennetz endlich auf Vordermann zu bringen.






