05 June 2026, 14:41

BAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele prangert mangelnde Vielfalt im Fernsehen an

'Vengeance: Mord auf der Heide' - Schöpferin Aysha Rafaele klagt über mangelnde Fortschritte in der Darstellung von Schwarzen und britischen Asiaten im Fernsehen seit Adeel Akhtar bei 'Mord durch meine Familie' einen BAFTA gewann

BAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele prangert mangelnde Vielfalt im Fernsehen an

Aysha Rafaele, vierfache BAFTA-Preisträgerin, kritisiert mangelnden Fortschritt bei Vielfalt im Fernsehen

Die preisgekrönte Produzentin Aysha Rafaele, die bereits vier BAFTA-Awards gewonnen hat, äußert sich enttäuscht über die zögerliche Entwicklung bei der Repräsentation von Vielfalt auf dem Bildschirm seit 2017. Ihr neuestes Projekt, „Vengeance: Mord im Heidekraut“, feiert an diesem Sonntag Premiere auf Channel 4. Die Dramaserie beleuchtet den sogenannten „Honeytrap-Mord“ an Gagandip Singh und rückt dabei die britische Sikh-Gemeinschaft in den Fokus.

Rafaele kritisiert, dass es trotz großer Hoffnungen nach Adeel Akhtars BAFTA-Gewinn für „Getötet von meinem Vater“ kaum spürbare Fortschritte bei der Darstellung von Schwarzen Brit:innen und Menschen mit asiatischen Wurzeln gegeben habe. Ihre Frustration speist sich aus jahrelangen Kämpfen, Projekte mit britischen asiatischen Geschichten überhaupt realisieren zu können. Selbst nach Akhtars gefeierter Leistung sehe sie kaum nachhaltige Veränderungen in der Branche. „Vengeance“ bietet ihr nun eine seltene Gelegenheit, eine solche Geschichte zu erzählen.

Die Serie, die am Sonntag startet, untersucht den Mord an Gagandip Singh im Jahr 2016 – ein Fall, der das ganze Land erschütterte. Rafaele wollte dabei auf platte Klischees verzichten und stattdessen vielschichtige, ambivalente Charaktere schaffen. Es gibt keine klaren Schurken, nur fehlerbehaftete Menschen, deren Motive differenziert betrachtet werden.

Um „Vengeance“ zu verwirklichen, wählten Rafaele und ihr kreativer Partner Joseph Bullman einen ungewöhnlichen Weg: Statt sich an die Drama-Redaktionen zu wenden, kontaktierten sie die Abteilungen für unskriptete Formate bei Channel 4. Diese Strategie ermöglichte eine schnellere Umsetzung und mehr künstlerische Freiheit – wenn auch mit knapperen Budgets. Ein ähnlicher Ansatz kam bereits bei ihrem nächsten Projekt, „Dirty Business“, zum Einsatz.

Die Besetzung besteht größtenteils aus aufstrebenden Talenten, die hier die Chance erhalten, sich zu beweisen. Rafaele vergleicht den Ton der Serie mit „Adolescence“ von Netflix und „Believe Me“ von ITV – beide bekannt für ihre düstere, vielschichtige Erzählweise. Ihr Ziel ist es, das Publikum mit einer Geschichte zu konfrontieren, die keine einfachen Antworten liefert.

Trotz aller Hindernisse bleibt Rafaele entschlossen, sich für bessere Repräsentation einzusetzen. Echter Fortschritt, so ihre Überzeugung, erfordere mehr als vereinzelte Erfolge – es brauche kontinuierliche Möglichkeiten für unterrepräsentierte Stimmen.

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„Vengeance: Mord im Heidekraut“ wird am Sonntag auf Channel 4 ausgestrahlt und vereint ein Ensemble aus Nachwuchsdarsteller:innen. Die Serie greift einen realen Kriminalfall auf und gibt der britischen Sikh-Gemeinschaft Raum. Rafaeles Arbeit setzt sich weiterhin für Geschichten ein, die die Vielfalt des Landes widerspiegeln – doch die Branche, so betont sie, habe noch einen langen Weg vor sich.

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