24 April 2026, 22:11

Autobranche warnt vor EU-Verbot für Verbrennermotoren ab 2035 und fordert Flexibilität

Balkendiagramm, das die CO2-Emissionen in Deutschlands Verkehrssektor (ohne Diesel-PKW) über die Zeit in Millionen Tonnen misst.

IG Metall erwartet Arbeitsplatzrettung durch späteren Ausstieg aus Verbrennungsmotor - Autobranche warnt vor EU-Verbot für Verbrennermotoren ab 2035 und fordert Flexibilität

Führende Vertreter der deutschen Automobilbranche haben sich gegen das geplante EU-Verbot für den Verkauf neuer Verbrennermotoren ab 2035 ausgesprochen. Der bayerische IG-Metall-Chef Horst Ott sowie Betriebsratsvorsitzende von BMW und Audi warnen, die geplante Regelung gefährde Arbeitsplätze und bremse den technologischen Fortschritt der Branche. Statt strikter Fristen oder finanzieller Strafen fordern sie mehr Flexibilität und gezielte Investitionen in neue Technologien.

Horst Ott, Vorsitzender der IG Metall in Bayern, betonte, ein starres Verbot ab 2035 könnte zu Arbeitsplatzverlusten führen und die gesellschaftliche Akzeptanz für die Verkehrswende untergraben. Eine schrittweise Abschaffung der Verbrennertechnologie würde seiner Meinung nach nicht nur kürzlich angekündigte Entlassungen vermeiden, sondern auch ermöglichen, dass Erträge aus bestehenden Technologien in die Entwicklung neuer Lösungen fließen. Ott kritisierte zudem, die Debatte als einen "Glaubenskrieg" um Motortypen zu framen, und plädierte für einen sachlicheren Ansatz.

Jörg Schlagbauer, Betriebsratschef bei Audi, bezeichnete die von der EU vorgesehenen Strafzahlungen bei Verfehlung der CO₂-Ziele als "Todesstoß für die Branche". Statt Bußgelder zu verhängen, schlug er vor, mögliche Ausnahmen an verbindliche Investitionen in Zukunftstechnologien zu knüpfen – um sicherzustellen, dass die Mittel in Innovation statt in Dividenden für Aktionäre fließen. Schlagbauer setzte sich zudem für den Erhalt von Arbeitsplätzen durch die Modernisierung von Werken und die Weiterqualifizierung der Belegschaften ein.

Martin Kimmich, Betriebsratsvorsitzender bei BMW, unterstützte diese Bedenken und erklärte, kein Hersteller wolle langfristig ausschließlich Verbrennermotoren produzieren. Sowohl Kimmich als auch Schlagbauer forderten die Politik auf, die starre Frist von 2035 aufzugeben. Ihr Fokus liege zwar auf der Elektromobilität, doch brauche es mehr Spielraum, um den Wandel sozialverträglich und ohne Wettbewerbsnachteile zu gestalten.

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Die Forderungen nach einem sanfteren Übergang spiegeln die branchenweite Sorge um Arbeitsplatzsicherheit und Investitionen wider. Sollten die vorgeschlagenen Änderungen umgesetzt werden, könnten Strafgelder stattdessen in technologische Aufrüstungen und Standortmodernisierungen fließen. Die Diskussion dreht sich nun darum, ob die EU ihren Zeitplan anpassen oder am aktuellen Stichtag 2035 festhalten wird.

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