Anonymer Brief belastet künstlerische Leiterin des Stadttheaters Fürth mit schweren Vorwürfen
Stjepan StaudeAnonymer Brief belastet künstlerische Leiterin des Stadttheaters Fürth mit schweren Vorwürfen
Ein anonymer Brief wirft Dr. Silvia Stolz, der künstlerischen Leiterin des Stadttheaters Fürth, vor, ein toxisches Arbeitsklima zu fördern. Die Vorwürfe beschreiben eine Kultur der Angst, des Misstrauens und psychischen Drucks unter ihrer Führung. Stolz übernahm die Leitung der Spielstätte im November 2023, und die Reaktionen auf die Anschuldigungen fallen äußerst gespalten aus.
In dem nicht unterzeichneten Schreiben heißt es, es spiegle die Meinung von 25 festangestellten Mitarbeitenden wider. Gezeichnet wird ein düsteres Bild der Arbeitsbedingungen: emotionale Belastungen und ein Vertrauensverlust werden angeprangert. Bisher hat jedoch niemand die Vorwürfe öffentlich mit seinem Namen verbunden.
Der Dramaturg Udo Eidinger weist die Vorstellung zurück, der Brief spreche für das gesamte Team. Er betont, Stolz habe in ihren zweieinhalb Jahren weit mehr erreicht als erwartet – ihr Wirken gehe über die übliche Rolle einer künstlerischen Leitung hinaus. Gleichzeitig geben einige Beschäftigte zu, sich verunsichert zu fühlen, auch wenn viele sich weiterhin auf ihre Arbeit konzentrieren.
Die Vorbereitungen für eine anstehende Premiere laufen unterdessen weiter. Ein engagiertes Team steckt viel Energie in die Produktionen. Das Theater selbst verzeichnet beachtliche Erfolge: Über 100.000 Besucher:innen und 95.000 verkaufte Tickets zählt die Spielzeit 2024/2025. Auch das Jugendprogramm wurde deutlich ausgebaut.
Der Theaterkurator Maurice Schönleben (SPD) stellt sich hinter Stolz. Die Entwicklung der Institution seit 2023 nennt er „beachtlich“ und betont, sie sei die richtige Person, um den laufenden Wandel weiterzuführen.
Die Vorwürfe haben bei einem Teil der Belegschaft Verunsicherung ausgelöst, während andere sich weiterhin ihren kreativen Projekten widmen. Stolz’ Führung erhält zugleich starke Unterstützung von Schlüsselpersonen, die auf das jüngste Wachstum und die Erfolge des Theaters verweisen. Die Situation lässt die Mitarbeitenden nun auf weitere Klarheit warten, wie mit den Vorwürfen umgegangen wird.






