18 March 2026, 01:08

"America First" im Wandel: Wie Trumps Außenpolitik die USA bis heute prägt

Das Logo der Nationalen Sicherheitsbeh├Ârde, das einen Schild mit einem Adlersymbol zeigt, ist in Rot ├╝ber einem dunklen Hintergrund durchgestrichen.

"America First" im Wandel: Wie Trumps Außenpolitik die USA bis heute prägt

Die Ausrichtung der US-Außenpolitik hat sich seit Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2016 mehrfach gewandelt. Sein ursprüngliches "America First"-Versprechen stand für weniger militärische Interventionen im Ausland und eine Konzentration auf die innere Sicherheit. Doch in den vergangenen Jahren sind die Debatten über strategische Prioritäten und globale Verpflichtungen immer kontroverser geworden.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wird nun eine Diskussion über diese Entwicklungen stattfinden, an der Elbridge Colby teilnimmt, der ehemalige stellvertretende US-Verteidigungsminister für Politik. In einem Interview wird er die Ziele und Abwägungen hinter den aktuellen Entscheidungen zur nationalen Sicherheit analysieren.

2016 stand Trumps Wahlkampf im Zeichen von "America First". Er versprach, sich aus ausländischen Verstrickungen zurückzuziehen, den Indo-Pazifik-Raum zu priorisieren und die heimische Sicherheit zu stärken – ein Bruch mit der Linie Barack Obamas, der vor 2016 nur begrenzte, nicht-letale Hilfe für die Ukraine bereitgestellt hatte.

Doch während seiner Amtszeit unternahm Trump Schritte, die im Widerspruch zu seinen Wahlkampfversprechen standen: Es gab Interventionen im Iran und in Venezuela, überraschendes Interesse an der Souveränität Grönlands und zwischen 2017 und 2021 – eine Phase, die auch sein erstes Amtsenthebungsverfahren umfasste – eine Aussetzung der Militärhilfe für die Ukraine. Erst nach Russlands Invasion 2022 erhöhte Joe Biden die Unterstützung dramatisch und sagte militärische Hilfe in Höhe von über 175 Milliarden Dollar zu.

Eine mögliche Rückkehr Trumps ins Weiße Haus 2025 könnte erneut einen Kurswechsel bedeuten. Berichten zufolge würde er bis März 2025 neue Hilfen für die Ukraine stoppen und bis Jahresende auf Friedensgespräche zwischen Kiew und Moskau drängen. Diese Schwankungen werfen die Frage auf, welche langfristige Strategie hinter den US-Entscheidungen zur nationalen Sicherheit steht.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wird Elbridge Colby diese Themen in einer moderierten Diskussion vertiefen. Als prägende Figur der früheren Verteidigungspolitik könnten seine Einschätzungen aufzeigen, wie die Balance zwischen globalen Ambitionen und innenpolitischen Prioritäten gelingt.

Das anstehende Gespräch in München findet in einer Phase anhaltender Unsicherheit über die US-Außenpolitik statt. Die vergangenen Jahre waren geprägt von Hilfesperren, überraschenden Interventionen und sich wandelnden Allianzen. Colbys Aussagen könnten verdeutlichen, wie die heutige Führung Risiken, Ressourcen und strategische Ziele in einem sich verändernden globalen Umfeld gegeneinander abwägt.

AKTUALISIERUNG

Trumps Strategie für Verteidigung 2026 legt den Schwerpunkt auf die Heimat und die hiesige Hemisphäre

Die Strategie für Verteidigung 2026 wurde offiziell veröffentlicht und festigt Trumps 'America First'-Agenda. Wichtige Entwicklungen sind:

  • Erweiterte militärische Rollen in der Heimatschutz, zur Bekämpfung von Drogenhandel und zur Absicherung der Grenzen.
  • Ein 'Trump-Korollar zur Monroe-Doktrin', das die Dominanz in der westlichen Hemisphäre priorisiert und den Feinden den Zugang zu regionalem Gebiet verweigert.
  • Verringerte globale militärische Interventionen, wobei Verbündete in Regionen außerhalb des Indopazifiks für ihre eigene Verteidigung zuständig sind.