AfD-Politiker Tillschneider löst mit NS-Äußerungen Empörung aus
Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, hat mit Äußerungen zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus für Aufsehen gesorgt. Seine Aussagen stellten die historische Aufarbeitung der Nachkriegszeit infrage und zogen scharfe Kritik aus dem politischen Lager auf sich.
Anlässlich des Gedenktages räumte Tillschneider zwar das Ende der NS-Herrschaft ein, bezeichnete die militärische Niederlage Deutschlands jedoch als „Amputation riesiger deutscher Kulturlandschaften“. Er behauptete, viele Deutsche hätten sich nur aus Schuldgefühlen heraus auf die Seite der alliierten Sieger gestellt und sprach von einer „absurden Schuldkultur“ sowie einer „eingebildeten Kollektivschuld“.
Die Diktatur des NS-Regimes verharmloste er als bloße „schlechte Führung an der Spitze“ und lehnte die Übernahme der Werte der Befreier als „Ablenkungsmanöver“ ab. Zudem lehnte er die berühmte Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1985 ab, in der der 8. Mai 1945 als „Tag der Befreiung“ bezeichnet wurde – für Tillschneider eine „geistige Kapitulation“.
Unter Berufung auf Franz Josef Strauß kritisierte er die „ewige Vergangenheitsbewältigung als Dauerbuße“ und forderte stattdessen eine „normale deutsche Identität“. Seine Aussagen lösten eine Welle der Empörung aus. Kritiker warfen der AfD vor, aus der Geschichte keine Lehren zu ziehen. Gegner monierten, die Partei beklage eher die Niederlage der Wehrmacht als dass sie die Befreiung feiere – eine Haltung, die als „Schlag ins Gesicht der NS-Opfer“ bezeichnet wurde.
Tillschneiders Äußerungen haben die Debatte über den deutschen Umgang mit der Erinnerungskultur neu entfacht. Die Position der AfD zum Gedenktag stieß auf breite Verurteilung, da sie sich deutlich vom etablierten Nachkriegskonsens absetzt. Die Kontroverse zeigt, wie sehr die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit die Gesellschaft weiterhin spaltet.






