50.000 feiern und protestieren beim LGBTI+-Pride in Lissabon gegen Rechtsruck
Alexander Textor50.000 feiern und protestieren beim LGBTI+-Pride in Lissabon gegen Rechtsruck
Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. LGBTI+-Pride-Marsch – mit rund 50.000 Teilnehmer:innen auf den Straßen. Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ stand die Demonstration, die auf wachsende Bedrohungen für die Rechte queerer Menschen in Portugal aufmerksam machte.
Der Marsch begann um 17 Uhr auf dem Praça Marquês de Pombal und vereinte 17 Vereine und Kollektive, die sich für LGBTI+-, feministische und antirassistische Anliegen einsetzen. Die Organisator:innen betonten, dass die Veranstaltung sowohl ein Fest als auch ein Protest sei – eine Reaktion auf eine sich wandelnde politische Landschaft, die queere Menschen und ihre Familien zunehmend gefährde.
Gesetz 38 aus dem Jahr 2018, das die Selbstbestimmung von Geschlechtsidentität und -ausdruck schützt, könnte nun gekippt werden. Joana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) bezeichnete den Marsch als „bittersüß“ angesichts des aktuellen Rückschritts bei hart erkämpften Rechten. Paulo Muacho, Abgeordneter der Partei Livre, rief zur Teilnahme auf und bezeichnete diese als notwendige Antwort auf eine radikalisierte Rechte, die gezielt LGBT-Personen angreife.
Helder Bértolo, einer der Organisator:innen, prognostizierte für 2026 noch größere Teilnehmerzahlen. Als Gründe nannte er die zunehmende Feindseligkeit und legislative Bedrohungen, die in Zukunft zu einer stärkeren Mobilisierung führen dürften.
Der Pride-Marsch 2024 war ein sichtbares Zeichen des Widerstands gegen den Abbau von Schutzrechten. Bei stabilen 50.000 Teilnehmenden betonten Organisator:innen und Politiker:innen gleichermaßen die Notwendigkeit weiterer Solidarität. Die Botschaft der Veranstaltung – „Wir existieren und wir wehren uns“ – stand für Trotz und Entschlossenheit angesichts politischer Herausforderungen.






